Behandlung
Psychotherapie, körperorientierte Verfahren, Bewegung und abgestufte Versorgung.
Grundprinzipien
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad. Bei leichten Verläufen genügen oft Aufklärung, ein tragfähiges Erklärungsmodell, Bewegung und Selbsthilfestrategien. Bei schwereren Verläufen ist eine multimodale Behandlung sinnvoll.
Psychotherapie
- Kognitive Verhaltenstherapie: beste Evidenzlage; Arbeit an Symptomdeutung, Aufmerksamkeit, Schon- und Kontrollverhalten, Aktivitätsaufbau
- Psychodynamische Verfahren: Bearbeitung von Konflikten, Beziehungserfahrungen und Emotionsregulation
- Achtsamkeits- und akzeptanzbasierte Ansätze: veränderter Umgang mit Symptomen statt Kampf gegen sie
Körperorientierte Verfahren
- Abgestufter Aktivitätsaufbau und Ausdauertraining (bei Erschöpfungssyndromen behutsam dosiert)
- Physiotherapie mit Fokus auf Bewegung, nicht auf passiver Behandlung
- Entspannungsverfahren: progressive Muskelrelaxation, Atemtraining, autogenes Training
- Körperwahrnehmungs- und Bewegungstherapien wie Feldenkrais, Yoga, Tai-Chi
Medikamente
Medikamente spielen eine unterstützende, keine zentrale Rolle. Je nach Beschwerdebild können z. B. bestimmte Antidepressiva in schmerzmodulierender Dosierung eingesetzt werden. Von einer dauerhaften Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere Opioiden, wird abgeraten.
Realistische Ziele
Ziel ist häufig nicht vollständige Symptomfreiheit, sondern weniger Belastung, mehr Handlungsfähigkeit und ein Alltag, der wieder als lebenswert erlebt wird. Rückschläge gehören zum Verlauf.
Quellen
S3-Leitlinie „Funktionelle Körperbeschwerden“ (AWMF); Cochrane Reviews zu psychologischen Therapien bei medizinisch unerklärten Symptomen.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung.