Somatische Funktionsstörungen

Überblick über körperliche Beschwerden ohne ausreichend erklärenden organischen Befund – verständlich, fundiert und ohne Abwertung.

Somatische Funktionsstörungen (auch funktionelle Körperbeschwerden genannt) sind körperliche Symptome, die den Alltag belasten und für die sich in der medizinischen Untersuchung kein oder kein ausreichend erklärender organischer Befund finden lässt. Sie sind häufig: Schätzungen gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil der Patientinnen und Patienten in Hausarztpraxen solche Beschwerden hat.

Die Beschwerden sind real

Funktionelle Beschwerden sind keine Einbildung und keine Simulation. Die Schmerzen, die Erschöpfung, der Schwindel werden tatsächlich empfunden. Verändert ist nicht das Erleben, sondern die Art, wie Signale im Körper entstehen, weitergeleitet, verstärkt und verarbeitet werden. Man spricht deshalb von einer Störung der Funktion, nicht der Struktur.

Das biopsychosoziale Modell

Heute werden funktionelle Beschwerden im biopsychosozialen Modell verstanden: biologische Faktoren (z. B. Entzündungen, Infektionen, vegetative Regulation), psychologische Faktoren (z. B. Stress, Aufmerksamkeitslenkung, Erwartungen, Angst vor Symptomen) und soziale Faktoren (z. B. Belastungen in Beruf und Familie, Zugang zu Versorgung) wirken zusammen. Kein Faktor allein erklärt die Beschwerden.

Was dieser Bereich enthält

Auf den Unterseiten findest du Informationen zu Symptomen, Ursachen und Einflussfaktoren, Diagnostik, Behandlung, dem Zusammenspiel von Stress und Körper sowie praktischen Wegen im Umgang mit wiederkehrenden Beschwerden.

Hinweis: Diese Seiten ersetzen keine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung. Neu aufgetretene, sich verändernde oder alarmierende Beschwerden gehören immer ärztlich untersucht.

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Quellen

S3-Leitlinie „Funktionelle Körperbeschwerden“ (AWMF); ICD-11 (WHO), Kategorie „Bodily distress disorder“; DSM-5 (APA), „Somatic Symptom Disorder“; Henningsen P. et al., Management of functional somatic syndromes, The Lancet.

Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung.