Narzissmus in Beziehungen
Typische Dynamiken in Partnerschaft, Familie und Beruf – und was Betroffenen hilft.
Häufig beschriebene Dynamiken
- Intensiver Beginn: starke Zuwendung, Idealisierung, schnelles Tempo
- Abwertung: Kritik, Vergleiche, Rückzug von Zuwendung
- Wechselhaftigkeit: Unvorhersehbarkeit erzeugt Anspannung und Anpassung
- Verantwortungsverschiebung: Konflikte werden dem Gegenüber zugeschrieben
- Kontrolle: über Kontakte, Geld, Zeit oder Entscheidungen
Was das mit Betroffenen macht
Häufig berichtet werden Selbstzweifel, Erschöpfung, ständige Wachsamkeit, sozialer Rückzug, Schuldgefühle und das Gefühl, die eigene Wahrnehmung nicht mehr zu trauen. Auch funktionelle Körperbeschwerden können in solchen Belastungssituationen zunehmen.
In Familie und Beruf
In Familien können Rollen entstehen („das goldene Kind“, „der Sündenbock“). Im Beruf zeigen sich Muster wie Vereinnahmung von Erfolgen, Abwertung im Team oder Wechsel zwischen Förderung und Entwertung.
Erste Schritte
- Beobachtungen konkret festhalten (Datum, Situation, Aussage)
- Vertrauenspersonen einweihen und Isolation durchbrechen
- Eigene Grenzen definieren und kleinschrittig üben
- Professionelle Beratung oder Psychotherapie in Anspruch nehmen
Hinweis: Belastende Beziehungsdynamiken sind nicht zwangsläufig ein Hinweis auf eine Persönlichkeitsstörung. Entscheidend ist, wie es dir geht – nicht, welches Etikett zur anderen Person passen könnte.
Quellen
Caligor E. et al., American Journal of Psychiatry 2015; Fachliteratur zu Beziehungsgewalt und Beratungsangeboten (z. B. Gewaltschutzzentren Österreich).
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung.